Die Hürde ist geschafft: knapp 53.000 Mitzeichner hat die Petition von Susanne Wiest, die den Bundestag auffordert, die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zu beschließen.
Nun, nach Ende der Zeichnungsfrist, berichten auch alle diejenigen Medien, die sich offenbar bislang Zurückhaltung auferlegt hatten; man wollte wohl nicht schuld sein an zuviel Engagement. In den zugehörigen Foren der Online-Angebote großer Tageszeitungen wird derweil, wie immer, erbittert über die Grundeinkommensidee diskutiert, wobei die ablehnende Fraktion meist nicht durch Fragen zur Finanzierbarkeit, sondern durch die fanatische Überzeugung auffällt, des Menschen Heil sei die Maloche.
"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen" - "Leistung muss sich lohnen" - der postmoderne Mensch bewegt sich immernoch auf dem Reflexionsniveau von Jägern und Sammlern. Gebt einem Hausschwein Denkvermögen und lasst es Produktionsprozesse automatisieren - es würde sicher nicht auf die Idee kommen, dann noch die archaischen Slogans christlicher Arbeitsethik rauszuhauen, sondern sich ein freies, kreatives und genüssliches Leben im Kreise seiner Artgenossen einrichten. Und es hätte verdammt Recht.
"Arbeit macht frei" - Diese Religion ist wirklich, wirklich hartnäckig. Und zusammen mit dem vor allem hierzulande grassierenden Sozialneid wird sie richtig widerlich.
Wenn die Petition von Frau Wiest nur dafür sorgen sollte, dass wenigstens ein paar der notorischen Tunnelblicker Seitwärtssicht erhalten, hat sich die Sache schon gelohnt. Diese ewig gleiche, missgünstige und einfallslose Leier ist ja nicht zum Aushalten.
Ich habe übrigens überhaupt keine Zeit zu arbeiten; dazu bin ich zu beschäftigt.
Informationen zur Idee des bedingungslosen Grundeinkommens:
Initiative Grundeinkommen
BGE-Portal